Weltweit sind weniger Frauen als Männer erwerbstätig. Dafür leisten sie mehr unbezahlte Arbeit. Eine Studie des IWF untersucht den Wert der Frauenarbeit:

Die Weltwirtschaft könnte kräftiger wachsen, wenn mehr Frauen erwerbstätig wären und besseren Zugang zu Bildung und Krediten hätten. Noch immer liege weltweit ein enormes wirtschaftliches Potenzial brach. Das ist das Fazit einer neuen Studie des Internationalen Währungsfonds, die untersucht, zu welchen makroökonomischen Auswirkungen der Geschlechterunterschied führt.

Der Studie zufolge könnten weltweit mehr als 1,6 Milliarden Frauen stärker in den Arbeitsmarkt integriert sein. Zumindest müsste die größtenteils unbezahlte Haus- und Erziehungsarbeit der Frauen in den ökonomischen Berechnungen stärker berücksichtigt werden.

Noch immer liegt die Frauenerwerbsquote unter der der Männer, je nach Weltregion variieren die Zahlen stark. Weltweit gesehen liegt die Quote knapp über 50 Prozent. Am geringsten ist die Erwerbstätigkeit der Frauen im Nahen Osten und Nordafrika. Hier ist gerade einmal ein Fünftel der Frauen berufstätig. In Ostasien und im Pazifik ist die Quote am höchsten, dort gehen 63 Prozent der Frauen einer Beschäftigung nach.

In den Industrienationen liegt es vor allem an fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten, dass Frauen weniger zum Wirtschaftswachstum beitragen. In Schwellen- und Entwicklungsländern sind die Beschränkungen dagegen viel größer: Hier mangelt es Frauen an Zugang zu Bildung, Gesundheit und Krediten und auch Grundrechte würden ihnen vorenthalten, die ihnen ermöglichen würden, eine größere wirtschaftliche Rolle zu spielen, stellen die Autoren fest.

Überall auf der Welt lasse sich außerdem beobachten, dass Frauen vor allem in schlecht bezahlten und weniger anerkannten Berufen arbeiten. Besonders hoch ist ihr Anteil im Dienstleistungssektor, in Erziehung und Bildung und in Pflegeberufen.

Frauenerwerbstätigkeit für Wachstum entscheidend

Wie die IWF-Studie zeigt, spielt die Frauenerwerbstätigkeit für das Bruttoinlandsprodukt eine wichtige Rolle. Wenn ebenso viele Frauen wie Männer erwerbstätig wären, könnte den Berechnungen zufolge das Bruttoinlandsprodukt der USA um fünf Prozent wachsen. In Japan würde das Wachstum neun Prozent betragen, in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwölf Prozent und in Ägypten sogar 34 Prozent.

Die Ökonomen schreiben, dass die Erwerbstätigkeit der Frauen häufig in Ländern mit hohen Sozialstandards sinke, wenn die Frauen in einem Haushalt mit hohen Einkommen leben. Dann wirken offenbar traditionelle Rollenaufteilungen: Die Frau bleibt zu Hause und verrichtet unbezahlte Hausarbeit und Kindererziehung, der Mann geht arbeiten.

Mehr dazu HIER: http://www.zeit.de/karriere/2013-09/studie-iwf-frauenarbeit/seite-2

 

 

 
Der Wert der (Frauen)Arbeit
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