n Deutschland hat der Bundestag – nach hartem Ringen und einer emotionalen Debatte – die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote in den Führungsetagen von Unternehmen abgelehnt. Auch in Schweizer Verwaltungsräten sind Frauen noch immer dünn gesät, auch wenn jede zweite Vakanz in den Verwaltungsräten grosser Schweizer Firmen mit einer Frau besetzt wird. Nur gerade rund 12 Prozent der Sitze sind an Frauen vergeben.

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Etwas besser sieht es in Europa aus: Hier beträgt der Frauenanteil in Aufsichtsgremien durchschnittlich 16 Prozent. Die Spitzenposition belegt Norwegen mit 36 Prozent. Allerdings hat Norwegen bereits 2004 mit einer gesetzlichen Frauenquote börsennotierte und staatliche Unternehmen verpflichtet, den Frauenanteil in Verwaltungsräten auf 40 Prozent zu erhöhen.

Doch die gesellschaftliche Legitimation der «Men-only-Clubs» beginnt zu bröckeln. In jüngster Zeit beschlossen auch Frankreich, Belgien und Italien gesetzliche Quoten. Gerade Italien, das vermeintliche Macho-Land, hat ein ambitiöses Ziel: Im August 2012 ist ein Gesetz in Kraft getreten, das bis 2020 den Frauenanteil in Verwaltungsräten von heute 6 auf 30 Prozent steigern will. Firmen, welche die Vorgaben nicht erfüllen, droht eine Busse von einer Million Euro oder gar die Auflösung des Verwaltungsrates.

Auch in der Schweiz ist die Diskussion über die Einführung einer Frauenquote entbrannt. Zugegeben, Frauenquoten sind unpopulär. Wer ist schon gern eine Quotenfrau? Allerdings hat sich trotz Förderprogrammen, Coachings und verschiedenen Initiativen wenig getan. Wenn also unsere Unternehmen in Zukunft nicht auf das Potenzial der Frauen verzichten wollen, darf das Thema Frauenförderung nicht einfach an eine «Diversity-Stabsstelle» delegiert werden, sondern es muss ein strategisches Unternehmensziel sein. Denn der höhere Frauenanteil ist nicht nur gut fürs Image des Unternehmens, sondern verbessert auch die Teamleistung.

Ob Frauenquoten oder Fördermassnahmen: Es liegt auch an den Frauen, die Chancen zu packen. Denn Quoten bedeuten auch, dass sich die Frauen nicht mehr vor der Verantwortung drücken können.

Quelle: http://www.tagblatt.ch/aktuell/wirtschaft/tb-wo/GastWirtschaft;art123834,3394038

 

 
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